Auf zur nächsten Etappe!

Inzwischen haben wir die Grenzkontrollen in Dunkerque (Frankreich) passiert und stehen in der Warteschlange vor der Fähre. Doch eins nach dem anderen.
Die gestrige Fahrt durch Belgien verlief ohne Probleme. Durch das Tempolimit von 120 km/h auf den Autobahnen rollt man ziemlich gleichmäßig dahin und spart nicht nur Kraftstoff sondern vor allem auch Nerven. Wir hatten im Voraus ein Hotelzimmer in Dunkerque (Frankreich) reserviert. Damit hatten wir keinerlei Druck, eine bestimmte Fähre noch am Ankunftstag erreichen zu müssen. Unsere Überfahrt war für den nächsten Tag, also Samstag 8:00 Uhr gebucht.
Kurz nach 18 Uhr trafen wir in Dunkerque ein. Angesichts der britischen Treibstoffpreise beschlossen wir, noch vor der Fahrt ins Hotel das Auto wieder voll zu tanken. Dabei unterstützte uns das frisch aktualisierte Navigationssystem nach besten Kräften. Nacheinander fuhren wir mit seiner Hilfe alle umliegenden Tankstellen ab. Schließlich konnte es ja nicht wissen, dass französische Tankstellen um 18 Uhr bereits geschlossen sind!
Trotz der Enttäuschung empfanden wir doch tiefe Solidarität mit den ihren Feierabend erkämpft habenden Tankstellenmitarbeitern. Wir konzentrierten uns nachfolgend auf die Suche nach einem Supermarkt, um hier Kleinigkeiten für Abendbrot und gemütlichen Tagesausklang zu erstehen. Und siehe da: Zwei links, drei rechts und gradeaus, schon standen wir auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums nebst Tankstelle mit Kartenterminal! Doppeltes Glück! In Frankreich nach 18 Uhr! Mit aktualisierten Karten des Navigationssystems! Wahnsinn!
Hotel Premiere Classe Dunkerque EstNach dem Auskosten unseres Glücks begaben wir uns in Richtung Hotel. Mit dem Premiere Classe Dunkerque Est erwartete uns ein Hotel der „brandneuen Generation von Hotels mit viel Komfort und angenehmer Atmosphäre“. Das Zimmer bestand tatsächlich zu 90% aus Betten. Die restlichen 10 Prozent verteilten sich auf Schrank, Gang und Bad. Diese Zimmer sind wirklich nur zum einmaligen Übernachten geeignet, insbesondere für Reisende von bzw. nach Großbritannien. Dafür reichen sie völlig aus. Wer von den Körpermaßen statistisch nach oben abweicht und wie ich eine größere Breite und vor allem Tiefe aufweist, hat besonders im Bad seine Freude: berührungsfreies Waschen und Duschen ist hier kaum möglich. Fazit: Wer auf seinem Weg nach Großbritannien auf eine Übernachtung angewiesen ist, bekommt auf der englischen Seite des Kanals für den gleichen Preis wesentlich mehr geboten!
Komfortbedingt fieberte ich die halbe Nacht dem Aufstehen entgegen. Ein Verschlafen war damit ausgeschlossen. Nach einem kleinen Frühstücksimbiss im Stehen ging es pünktlich ab zur Fähre.

(Fortsetzung folgt …)
zum Reisebeginn

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11 Kommentare zu “Auf zur nächsten Etappe!

  1. Um 18 h Feierabend – paradiesisch für hiesige Beschäftigte in dieser Branche und der Albtraum der Konsumenten.
    Dein Reisebericht liest sich sehr schön….und weckt Sehnsucht nach einem Trip weg von Balkonien ( was auch sehr erholsam war)- vllt. im nächsten Jahr. Ich freue mich auf die Fortsetzung….. 🙂

  2. Ich war einmal in einem Fasthotel und habe auch so eine winzige Nasszelle, aus einem Guss ins Zimmer gestellt, kennengelernt – für eine Nachts kann man’s aushalten. Nun suche ich nach den Urlaubstexten über England!

  3. Ein hochinteressanter Reisebericht! Langsam aber sicher werde ich mir alle Folgen zu Gemüte führen. Auf unserer Englandreise in 2011 [http://pitsbilderbuch.wordpress.com/2011/06/22/england-fruhjahr-2011-1/] hatten wir kein Hotel in Calais [wir sind von da aus übergesetzt] gebucht, sondern uns auf die Zusage von P&O verlassen, selbst wenn man aus eigenem Verschulden zu spät einträfe, würden sie einen Platz auf der nächsten erreichbaren Fähre garantieren. Und diese Garantie mussten wir dann [s. Bericht unter dem obigen Link] auch in Anspruch nehmen, weil wir uns auf dem Autobahnring um Brüssel 2 Stunden Verspätung eingehandelt hatten. Aber das ging absolut problemlos: gar nicht viel Wartezeit, und es war tatsächlich die nächste Fähre.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! Die für die Beladung zuständigen Hafenmitarbeiter versuchen oft, einem zu helfen. Auf der Rückfahrt haben sie versucht, uns auf eine frühere Fähre zu verladen. Als das nicht klappte, kam der Hafenmeister extra zu uns, um sich persönlich zu entschuldigen. Das nenne ich Dienstleistungsgesellschaft! Alle Achtung!

      • Gern geschehen.
        Ich kann auch nur bestätigen: bei allen meinen Überfahrten fand ich die „Bedienung“ immer gut.

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