Wiesenwerbung

Was? Wiesenwerbung?
Ja, die neue Form des interaktiven Marketings, bei der jeder mitmachen kann! Sie ist angekommen, auch in meiner Kleinstadt! Und das nicht plötzlich, sondern schleichend. Tag für Tag immer mehr.
Nun ist es Zeit, ein Resümee zu ziehen. Denn anders als bei der großflächigen Plakatwerbung, die unsere Kommunen zieren, folgt die Wiesenwerbung eigenen Regeln. Die wichtigsten sind hier aufgeführt:

1. Jeder kann mitmachen!
2. Alte Werbung wird in der Regel nicht beseitigt.
3. Neue Werbung wird kinderleicht hinzugefügt.
4. Neben der Werbung lassen sich auch andere Dinge in das Ensemble einfügen.
5. Man kann einfache Botschaften und auch Bilderrätsel damit erstellen.

Die Marke Chesterfield (1) versieht ihre Werbemittel nach wie vor mit ausdrucksstarken Texten, die auch aus normaler Stehhöhe noch gut erkennbar ist. So muss das Werbemittel nicht extra aufgehoben werden, um die Werbebotschaft aufnehmen zu können.
Beim vermeintlich so gesunden Kinderriegel (2) sieht das schon anders aus: Hier sind die Texte nicht mehr gut erkennbar. Dafür bildet die Kombination mehrerer Ferrero-Produkte ein gelungenes Ensemble!
Am häufigsten trifft man heutzutage auf die Werbung der Gastronomiekette McDonalds (3). Die einzigartige Falttechnik macht das Werbeobjekt durch den entstehenden 3D-Effekt zusätzlich interessant!
Am nachdenklichsten werde ich bei der Werbung für die Caprisonne (4): Was drückt das Nebeneinander mit dem Objekt rechts neben der Verpackung aus? Hat der Konsument durch den Genuss seine Darmflora über Gebühr angeregt oder das Produkt ganz einfach nicht vertragen? Hier wird das Fehlen eines erläuternden Werbetextes auf dramatische Weise deutlich!


Insgesamt muss ich leider feststellen, dass mich diese Art der Werbung leider gar nicht anspricht. Nicht im Geringsten! Räumt Euren Müll bitte einfach weg! Auch den alten, den der Schnee bisher verborgen hielt.

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18 Kommentare zu “Wiesenwerbung

  1. Mich spricht diese Werbung auch nicht an. Aber vielleicht handelt es sich ja hier gar nicht um Werbung, sondern es hängt mit diesem uralten, physikalischen Problem zusammen, nachdem eine leere Verpackung schwerer wird. Offensichtlich wird es schier unmöglich die Last, die dabei entsteht, wenn eine Verpackung gelerrt wird, zu tragen. Ganze – auch interdisziplinäre – Forschungsgruppen an verschiedensten Universitäten arbeiten zu dem Phänomen. Bekommen es aber bislang nicht in den Griff. Ich habe mich auch privat mit diesem Phänomen schon auseinander gesetzt. Von einer zufriedenstellenden Lösung wollen wir überhaupt nicht sprechen. Allenfalls gibt es – zugegebenerweise – rudimentäre Erklärungsansätze. Es bleibt spannend, oder wie der Niederrheiner sagt. „Tja, watt willse nachen?“

    Liebe Grüße, mick

  2. Finde die Idee und die Foto-Serie super, das hat Spass gemacht. Den schlechtgelaunte Zweizeiler am Schluss hattest Du einfach in der Wiese vergraben sollen, dann hätte er im Frühling eine Tulpe werden können.

  3. Ich plane schon länger einen Artikel über den ganzen Müll an unseren Straßenrändern und auf jedem unbebauten Stück Stadt. Bisher habe ich mich noch nicht überwinden können, mich intensiv damit zu beschäftigen, weil mich das einfach nur wütend macht (und ich nicht gern wütend bin).

    Aber „Wiesenwerbung“ … schöner Ansatz.

  4. Ich bin viel auf Wiesen und in Wäldern unterwegs. In der Regel habe ich einen Beutel dabei, in den ich solche Fundstücke hineinbefördere und in der eigenen Mülltonne entsorge. Ich mache es nicht immer, aber immer öfter. 🙂

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